Feuerwehr probt Ernstfall im Kindergarten


2015-07-12 Uebung Kinderwelt03Es ist ein Szenario, das sich keiner gerne ausmalt: Feuer in einem Kindergarten. Um für den Fall der Fälle optimal vorbereitet zu sein, probte die Freiwillige Feuerwehr Idstein am Sonntagmorgen genau dieses Szenario.

Um 8:30 Uhr rollten insgesamt 5 Großfahrzeuge sowie der Einsatzleitwagen der Kernstadtwehr vor die Kindertagesstätte "Kinderwelt" im Idsteiner Nassauviertel. Susanne Baum, ihres Zeichens Sicherheitsbeauftragte der Kinderwelt, erwartete die Einsatzkräfte bereits am im Jahr 2013 eröffneten Kindergarten. Gemeinsam mit der Feuerwehrführung hatte sie die Übung vorbereitet.

In einer der Küchen im ersten Stock soll es zu einem Feuer gekommen sein. Wenn die Rauchmelder Alarm schlagen, würde ein oft geübtes Prozedere ablaufen: alle Kinder stellen sich in 2er-Reihen auf und laufen mit ihren Erzieherinnen und Erziehern über den Balkon oder die Terasse zum Sammelplatz. Es ist eine echte Herausforderung rund 120 Kinder im Alter von wenigen Monaten bis zu 6 Jahren geordnet aus dem Kindergarten zu führen und dabei stets den Überblick zu behalten. Doch dieser Teil sollte am Sonntag nicht geübt werden. Deshalb sind am Sonntagmorgen auch keine Kinder dabei - die vermissten Kinder werden von den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr gemiemt.

 

Denn bei der Übung wurde davon ausgegangen, dass nicht alle das Gebäude sicher verlassen konnten. Als das erste Löschfahrzeug und der Einsatzleiter eintreffen, ist schon klar, dass einige Betreuer und Kinder fehlen. Im Laufe der Übung soll sich herausstellen, dass 4 Kinder und 2 Betreuer vermisst werden. Aus einer der Fluchttüren in Richtung Außenanlage dringt dichter Rauch aus einer Nebelmaschine.

Der erste Angriffstrupp steigt bereits mit Atemschutzgerät ausgerüstet aus dem Fahrzeug. Nachdem sich der Einsatzleiter ein erstes Bild von der Lage verschafft hat, wird der sofort ins 1. Obergeschoss geschickt, um die vermissten Kinder und Betreuer zu suchen und zu retten. Ein zweiter und auch ein dritter Trupp folgen wenig später. Im Ernstfall wären es wohl noch wesentlich mehr gewesen, dann wären sicherlich auch die Stadtteilwehren der ganzen Stadt Idstein zur Hilfe gekommen.

Noch einmal richtig interessant wird es, als Susanne Baum nach der Übung die fast 40 Einsatzkräfte durch das neue Gebäude führt und in allen Details über den Kindergarten, seine täglichen kleinen Besucher, ihre Betreuer und natürlich die Sicherheitsvorkehrungen berichtet.

Ebenfalls Teil der Übung ist eine Schulung der Atemschutzgeräteträger zum Absuchen komplexer Gebäude. Dieses taktische Vorgehen gilt es in den verwinkelten Räumen der Tagesstätte anzuwenden. Nicht zuletzt können die Zug- und Gruppenführer das Vorgehen und systematische Absuchen komplexer Räumlichkeiten üben und das Einsatzkonzept für ähnlich Gebäude verbessern. Kurzum: das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei Susanne Baum und der gesamten Kinderwelt für die Unterstützung bedanken!

Bilder: Freiwillige Feuerwehr Idstein

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