13 auf einen Streich!


Drehleiterlehrgang 97Freiwillige Feuerwehr bildet neue Drehleitermaschinisten aus

Seit nun mittlerweile über vier Monaten befindet sich die neue Drehleiter im Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Idstein. In dieser Zeit wurden unzählige Schulungen für die Kräfte der Einsatzabteilung durchgeführt, um sie in der Bedienung des neuen Einsatzgerätes fit zu machen. Dabei konzentrierten sich die Unterweisungen auf die Bedienung des Rettungskorbes und auf die in den einzelnen Geräteräumen des Fahrzeugs verladenen Geräte und Einsatzmittel, da diese durch jede Einsatzkraft beherrscht werden müssen.

Darüber hinaus fanden gesonderte Einweisungen für bereits ausgebildete Drehleitermaschinisten statt. Diese sind im Einsatzfall dafür verantwortlich das Fahrzeug an die Einsatzstelle zu fahren, es in Stellung zu bringen und vom Hauptbedienstand zu steuern und zu überwachen. Für diese Aufgaben bedarf es jedoch einer gesonderten Ausbildung, die sich von der Ausbildung für die Bedienung von Löschfahrzeugen unterscheidet. Da bereits eine Drehleiter im Fuhrpark der Idsteiner Feuerwehr vorhanden war, gab es auch schon entsprechend ausgebildete Drehleitermaschinisten. Diese Zahl konnte nun auf einen Schlag so gut wie verdoppelt werden.

Lehrgang in drei Akten

Drehleiterlehrgang 98

Anfang April wurden in insgesamt 42 Stunden Theorie und Praxis 13 Maschinisten für Drehleiterfahrzeuge ausgebildet. Für gewöhnlich müssen zu diesem Zweck einzelne Maschinisten, die bereits an Löschfahrzeugen ausgebildet wurden, an die Hessische Landesfeuerwehrschule nach Kassel geschickt werden, um dort an einem fünftägigen Lehrgang teilzunehmen. Durch ein Angebot des Herstellers der neuen Drehleiter konnte auf die dreizehnfache Reise nach Kassel verzichtet werden. Stattdessen schickte die Rosenbauer Group einen Ausbilder aus ihrem Herstellerwerk nach Idstein, um anhand eines Ausbildungsplans, welcher durch die Hessische Landesfeuerwehrschule in Kassel anerkannt wird, die Kräfte in Idstein am eigenen neuen Fahrzeug zu schulen.

Die Ausbildung besteht dabei aus drei Teilen. Zunächst aus einer ausführlichen Unterweisung in die Technik von Hubrettungsfahrzeugen und hier im speziellen in die der neuen Idsteiner Drehleiter. Gefolgt wird dieser Abschnitt von einem einsatztaktischen Teil und den Abschluss bilden eine theoretische, sowie eine praktische Prüfung.

Akt I: Ausführliche Unterweisung

DLAK 12Im ersten Ausbildungsabschnitt wurden die Lehrgangsteilnehmer ausführlich in die Bedienelemente des Fahrgestells eingewiesen, welche benötigt werden um das Fahrzeug von seiner Unterkunft in der Wiesbadener Straße an die Einsatzstelle zu bewegen. Danach folgte die Einweisung in die drehleiterspezifischen Bedienelemente. Dazu zählen in erster Linie der Hauptbedienstand am Drehkranz der Leiter, sowie die Abstützung des Fahrzeugs.  Da das Fahrzeug mit seiner ausfahrbaren Leiter einen recht langen Ausleger hat, vergleichbar mit einem mobilen Kran oder einem Hubsteiger, kommt der Abstützung eine hohe sicherheitsrelevante Bedeutung zu. Hier wurden verschieden Möglichkeiten durch die Ausbilder vermittelt, um auch in ungewöhnlichen und beengten Situationen, wie zum Beispiel in der Idsteiner Altstadt durchaus wahrscheinlich das Optimum aus der Drehleiter herausholen zu können. Im weiteren Verlauf wurden alle Teilnehmer in der Bedienung des Hauptbedienstandes unterwiesen und mit den zahlreichen Möglichkeiten die dieser bietet vertraut gemacht. Der weitere Lehrinhalt befasste sich dann mit dem so genannten Notbetrieb der Drehleiter. Sollte einmal der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass der Antrieb der Leiter oder die Computerunterstützung ausfällt, so kann die Leiter über den Notbetrieb jederzeit in einen fahrbereiten Zustand versetzt werden. Die notwendigen Bedienelemente sind verdeckt verbaut und müssen zum Teil durch mehrere Personen betätigt werden.

Akt II: Einsatztaktischer Teil

Drehleiterlehrgang 47Der zweite Ausbildungsabschnitt beinhaltete nun die taktischen Vorgehensweisen mit dem Fahrzeug, welche durchaus ihre Tücken haben können. So entscheiden zwar die Führungskräfte über den Einsatz des Fahrzeugs jedoch liegt es im Aufgabenbereich des Maschinisten den genauen Standort zu beurteilen und als geeignet oder nicht geeignet einzuschätzen. Fragen die er sich hierbei stellen muss sind die nach Hindernissen im Schwenkbereich, zu Abständen zum Einsatzobjekt, zum Untergrund und dessen Tragfähigkeit und schließlich zur Sicherung der im Einsatz befindlichen Drehleiter. Entscheidungen hierzu müssen zum Teil unter enormen Zeitdruck gefällt werden, weshalb diesem Ausbildungsabschnitt genauso viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wie der technischen Unterweisung. Ist die Drehleiter einmal aufgerichtet, so ist es nur schwer oder gar nicht möglich den Standort noch einmal zu verändern. Denn sobald sich weitere Einsatzfahrzeuge an der Einsatzstelle befinden und im Brandfall Schläuche verlegt sind wird ein solches Unterfangen zur Herausforderung und ist wenn überhaupt dann auch nur mit großem Zeitaufwand möglich.

Akt III: Theoretische, sowie praktische Prüfung

Drehleiterlehrgang 64Den Abschluss der Ausbildung bildeten die beiden Prüfungsabschnitte. Der theoretische Teil war relativ schnell erledigt aber da das Hauptaugenmerk eindeutig auf dem praktischen Umgang lag, zog sich der zweite Teil über den restlichen Prüfungstag hin. Hierbei wurden vom Ausbilder verschiedene Szenarien vorgegeben, die dann mit einer klassischen Drei-Mann-Besatzung abgearbeitet werden mussten.

Praktisch geübt und geprüft wurde sowohl am Feuerwehrstützpunkt in der Wiesbadener Straße, als auch an verschiedenen Objekten im Stadtgebiet Idsteins. So wurden verschiedene Schulen, besonders enge Gassen in der Idsteiner Altstadt und Straßen mit signifikanten Steigungen für alle an der Ausbildung beteiligten zu Herausforderungen. Diese konnten jedoch allesamt gemeistert werden und am Ende der Ausbildung konnten 13 neue Drehleitermaschinisten die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr Idstein stärken.

 

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