24.04.2018: Radfahrer vermisst – Feuerwehr und Rettungshundestaffel üben gemeinsam den Ernstfall

2018 04 26 Rettungshunde 02Was zunächst nach einem Großeinsatz der Feuerwehr Idstein aussah, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr. Vermisst wurde ein junger Mann, ca. 30 Jahre alt, der von einem Fahrradausflug nicht nach Hause gekehrt war. Nach mehreren angeblichen Sichtungen konnte das Fahrrad des Mannes gefunden werden. Um die Übung so real wie möglich zu machen, wurde die Rettungshundestaffel Idsteiner Land an diesem Abend miteingeladen.

 

„Hunde haben einen viel besseren Geruchssinn als der Mensch“, erklärte Thomas Bock, der in seiner Funktion als Staffelleiter und Hundeführer an der Übung teilnahm. „Durch die größere Riechschleimhaut in der Nase des Tieres, können diese kleinste Hautpartikel eines Menschen riechen und so seine Spur verfolgen.“ Da Mantrailer dem Individualgeruch der betroffenen Person folgen benötigen sie einen Vergleichsgeruch, den so genannten Geruchsartikel, um zu wissen wen sie suchen sollen. Denkt man an Rettungshunde, so kommen einem sehr häufig die Flächensucher in den Sinn. Diese durchkämmen Wald- oder Wiesengebiete und zeigen jede sich darin befindliche Personen an. "Das kann dann im Zweifel auch mal ein Pilzsucher oder Radfahrer sein“, erzählt Thomas Bock. Mantrailer suchen eine spezifische Person. Große, freie Flächen werden von einem geübten Flächensuchhund schneller abgesucht, als eine Menschenkette oder ein Mantrailer dies könnte. Aber an Straßen, Kreuzungen oder in der Stadt kommen diese Hunde an ihre Grenzen. Hier setzen die Mantrailer ihre Hunde an, die dann den Geruch genau weiter verfolgen, ohne andere Menschen anzuzeigen. Auch arbeiten sie an einer langen Leine, sodass auch der Einsatz im Straßenverkehr gefahrlos möglich ist. Auch können die Tiere anzeigen, ob die betreffende Person wirklich an einer bestimmten Stelle gewesen ist. Dies ist bei Sichtungen durch Passanten von großem Vorteil.

Das von den Kameraden der Feuerwehr gefundene Fahrrad reichte völlig aus, um dem Hund einen Vergleichsgeruch anzubieten. Da der Fundort mit normalen PKW nur schlecht zu erreichen war, transportierte ein Löschfahrzeug das Rettungshundeteam zur Einsatzstelle. 'Lady', eine mehrfach einsatzgeprüfte Labradorhündin, nahm die Spur auf und folgte dieser an einer Wiese entlang in den Wald. Parallel wurden an mehreren Hochsitzen entlang dieser Wiese Wärmebildkameras in Stellung gebracht, mit denen Lebewesen im Umkreis sichtbar gemacht werden, auch wenn diese versteckt im hohen Gras liegen. Während Lady sich mit ihrem Team und einem Trupp der Feuerwehr noch durch den Wald kämpfte und das Gebiet einkreiste, konnte der Vermisste lebend und ohne schwerwiegende Schäden von einem Trupp der Feuerwehr gesichert werden, die einen Teil des Gebietes mit Scheinwerfern ausleuchteten.

Für alle Beteiligten war dies eine spannende, sehr lehrreiche Übung. Die Feuerwehr erhielt jede Menge Informationen über Möglichkeiten, Grenzen und Anforderungen eines Suchhundeeinsatzes. Die Rettungshundestaffel nutzte diese sehr realistische Situation um die Hunde unter echten Bedingungen auf Einsätze vorzubereiten. So stellte sich heraus, dass das Einladen und Fahren mit einem solch großen Fahrzeug durchaus Stress bei einem Hund hervorrufen kann, werden die Hunde doch im Normalfall in bequemen Hundeboxen in PKWs transportiert.

Die reibungslose, professionelle und kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen lässt jedoch den Schluss zu, dass dies nicht die letzte gemeinsame Übung war – eine hervorragende Möglichkeit um alle Einsatzkräfte so ideal wie möglich auf etwaige Realeinsätze vorzubereiten.

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